Bei strahlenden Maiwetter kommen zwei Werbeleute in ihrer Mittagspause
an einem Blinden vorbei, der in der Fußgängerzone sitzt und um Almosen
bittet. Er wirkt ausgezehrt, und seine Kleidung könnte gut und gerne einen neuen Waschgang vertragen.
Er trägt sein Schild um den Hals mit der Aufschrift: “Von Geburt
an blind”. Nur wenige Passanten beachten ihn;
sein Hut ist leer.
Er hält eine arglos weggeworfene Blume, die ihm der Wind
geschenkt hat, in den Händen.
“Er hat die falsche Methode”, bemerkte einer der Werbeleute. “Wetten, dass ich es schaffe,
ihm mit einem anderen Text den Hut zu füllen?” Er drehte
das Schild des Blinden um und schreibt etwas darauf.
Aus der Ferne beobachten die beiden, wie sich nach einer
gewissen Zeit der Hut füllt. Neugierig geworden geht der andere
der beiden Werber zu dem Blinden und liest: “Es ist Frühling.
Ihr seht ihn. Ich nicht.”
... mit uns.






